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Kenwa (Kenshin)
Mabuni (1893-1957) ist der Begründer des Shito-Ryu. Er begann seine
Ausbildung wie Funakoshi unter Meister Itosu (Shorin-Ryu). Später
wechselte er jedoch zur Schule von Kanryo Higashionna (Shorei-Ryu).
Somit war er mit den beiden Hauptrichtungen des Okinawa-Te vertraut.
Den Umgang mit den traditionellen Waffen des Ryukyu-Kobudo hat er
von Meister Aragaki gelernt. Der Stil ist als Mischung von Shorei-
und Shorin-Ryu mit dem Ryukyu-Kobudo durch einen ungeheuren Reichtum
an Techniken gekennzeichnet. Es werden so gut wie alle bekannten
Kata gepflegt!
Heute ist der
Stil aber hoffnungslos zerstritten. Es gibt zahllose Interpretationen
- von reinem Sportkarate bis hin zu sehr traditionellem Karate ohne
jeden Wettkampf. Nach Mabunis Tod entwickelten Yukio und Chojiro
Tani das Shito-Ryu zum Shukokai weiter. Von Anfang an wird bei der
Ausbildung großer Wert auf das freie Kämpfen (Jiyu-Kumite) und das
Training am Schlagpolster gelegt. Ein grundlegendes Prinzip ist
der Versuch, die Initiative im Kampf zu erlangen (Senosen). Die
Stellungen im Shukokai sind höher als im Shotokan. Die Aktionen
im Shukokai sind sehr schnell und leichtfüßig.
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Shigeru Kimura
(1941 - 1995)
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Die entscheidenden
Impulse gingen jedoch von Tanis bestem Schüler, Shigeru Kimura aus.
Er gewann zwei Mal die die All Japan Championships, bevor er sich
vom Wettkampfsport zurückzog und nur noch darauf konzentrierte,
den Stil weiter zu entwickeln.
Er versuchte
Zeit seines Lebens den Bewegungsablauf der Techniken zu optimieren
um Kraft, Schnelligkeit und Schlagkraft zu verbessern. Kimuras Shukokai
kann man vielleicht am besten als angewandte Biomechanik umschreiben.
In der Grundschule und selbst in der Kata (!) wird zum Beispiel
beim Gyaku-Zuki (Gerade mit der Schlaghand) die Ferse des hinteren
Beines vom Boden gelöst. Heute ist das im Wettkampf selbstverständlich.
Zu Kimuras Zeiten galt das schon fast als Sakrileg!
1965 verließ
Kimura Japan, um sein Shukokai zu verbreiten. Seine Reise führte
ihn zuerst nach Südafrika (Zimbabwe, Mocambique), dann nach England
und schließlich nach Amerika. In Europa übernam Yoshinao Nambu,
ein weiterer Schüler von Chojiro Tani das Training.
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In Europa hat
sich vor allem der Schotte Tommi Morris bei der Verbreitung des
Shukokai verdient gemacht. Bereits in den frühen 60er Jahren nahm
er das Karatetraining auf. Er reiste mehrfach nach Frankreich, um
dort bei dem Karate-Pionier Henri Plee (Shotokan) zu trainieren.
Später kam er in Kontakt zu Yoshinao Nambu und Shigeru Kimura.
Nach einigen Jahren harten Trainings wurde Tommi Morris der erste
Schwarzgurt in ganz Schottland.
Seit dem widmete
er sein ganzes Leben dem Karate. Er war zeitweise schottischer Nationaltrainer
und arbeitet bis heute mit Sondereinheiten von Polizei und Militär
zusammen. Heute ist er Weltchefkampfrichter der WKF und Chairman
des Referee Councils.
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Tommy Morris
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Aus seinem ersten
improvisierten Dojo in Glasgow wurde in 25 Jahren harter Arbeit
ein eigener Weltverband - Kobe Osaka International - dem inzwisch
Mitglieder in über 40 Nationen angeschlossen sind. Jährlich
wird ein eigener Welt-Cup ausgetragen.
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Seit 1965 hat
Tommy Morris schätzungsweise über 75.000 Karateka in sein System
eingeführt.
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Pat McKAY (geb.
1957)
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Tommy Morris'
bedeutendster Schüler war Pat McKay, der in beeindruckender Weise
insgesamt 5 Weltmeistertitel in der WUKO erringen konnte. Durch
seine Lehrgänge in Deutschland wurde der sympathische Schotte auch
hier einem breiten Publikum bekannt.
Seine rein sportliche
Ausrichtung war Ende der 80er / Anfang der 90er Jahre für Deutschland
revolutionär. Zusammen mit anderen britischen Spitzenkämpfern seiner
Zeit setzte er im Hinblick auf die Athletik völlig neue Maßstäbe.
Recht neu war auch die Erkenntnis, dass es ruhig Spaß machen
darf, hart zu trainieren. VOR Pat McKay wurde in deutschen Dojos
nicht oder zumindest deutlich weniger gelacht!
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